Paul Singer (1944–1911). Eine politische Biographie

Als Paul Singer 1911 in Berlin starb, begleiteten Hunderttausende Menschen den Sarg eines Mannes, der über zwei Jahrzehnte lang, seit 1892 zusammen mit August Bebel, Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gewesen war, bei unzähligen Parteitagen der präsidiert und als Vorsitzender der Reichstagsfraktion die praktische Parlamentspolitik der Sozialdemokratie maßgeblich mitbestimmt hatte. Geboren 1844 als Sohn einer jüdischen Familie in Berlin, wurde Singer zunächst Teilhaber einer florierenden Konfektionsfirma für Damenmäntel. Erst in der Zeit der Illegalisierung der Sozialdemokratie unter dem »Sozialistengesetz« trat der erfolgreiche Unternehmer und bedeutende Mäzen in das politische Rampenlicht. 1884 in den Reichstag gewählt, gelangte der bürgerliche »Quereinsteiger« in wenigen Jahren in die sozialdemokratischen Führungsgremien. Singer, 1883 erstmalig zum Stadtverordneten in Berlin gewählt, gilt als Pionier der sozialdemokratischen Gemeindepolitik. Gleichzeitig war er führendes Mitglied des Berliner Asylvereins für Obdachlose, einer Institution der progressiven bürgerlichen Sozialreform. Auf einer breiten Quellenbasis und vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen des Kaiserreichs werden nun erstmals alle Aspekte von Singers öffentlichem Wirken vorgestellt. Dabei geht es der Autorin nicht nur darum, eine weitgehend vergessene Lebensgeschichte zu rekonstruieren. In Verbindung mit der Biographie des sozialdemokratischen Parlamentariers zeichnet sie ein faszinierendes Bild der Partei und ihrer Führung in den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg.

Von
Reihe
Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus u. der politischen Parteien, Bd. 138
Erscheinungsjahr
Sprache
Deutsch
Seiten
674
Format
Broschur
Preis
29,80 €
ISBN
978-3-7700-5275-2