Die SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag. Sitzungsprotokolle 1972–1976

Nach der vorgezogenen Bundestagswahl von 1972 stellten die Sozialdemokraten erstmals die stärkste Fraktion im Bundestag, die sozial-liberale Koalition verfügte über eine breite parlamentarische Mehrheit. Die Fraktion konnte sich auf ihrem Wahlerfolg jedoch nicht lange ausruhen, denn die wachsende Führungsschwäche des Kanzlers führte zu politischer Stagnation und einer schwelenden Regierungskrise. Nach der Enttarnung eines DDR-Spions im Kanzleramt und dem Rücktritt Willy Brandts häuften sich die internen Differenzen um den politischen Kurs der Fraktion. Die zweite Hälfte der Wahlperiode unter Bundeskanzler Helmut Schmidt stand dann ganz im Zeichen der Bewältigung der wirtschaftlichen Krise nach dem Ölpreisschock. Alle Kräfte konzentrierten sich nun darauf, in Auseinandersetzung mit einer erstarkenden Opposition und einem selbstbewusst auftretenden liberalen Koalitionspartner sozialdemokratische Reformprojekte wie das  Mitbestimmungsgesetz oder das Hochschulrahmenrecht erfolgreich zum Abschluss zu bringen.

Die überwiegend als Tonbandmitschnitte überlieferten Sitzungsprotokolle bieten einen ungefilterten Blick auf den Arbeitsalltag, sie beleuchten die Konflikte und Krisen der größeren Regierungspartei. Die Protokolle zeigen das Porträt einer selbstbewussten Fraktion, deren Mitglieder nicht nur Mehrheitsbeschaffer der Regierung sein wollten, sondern die sich als eigenständige, und wo es sein musste, auch unbequeme politische Akteure verstanden, die es der eigenen Regierung und Fraktionsführung nicht immer leicht machten.

Alle im vorliegenden Band mit kurz zusammenfassendem Sitzungsverlauf erwähnten, jedoch aus Platzgründen nicht abgedruckten Sitzungsprotokolle finden Sie vollständig unter fraktionsprotokolle.de.

Von
Reihe
Quellen zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Band 8/VI
Erscheinungsjahr
Sprache
Deutsch
Seiten
1108
Format
Hardcover mit Schutzumschlag
Preis
160 €
ISBN
978-3-7700-5350-6
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