Christine Teusch. Eine politische Biografie

Christine Teuschs (1888-1968) Biografie spiegelt die tiefen Zäsuren der neuesten deutschen Geschichte wider. Im Kaiserreich geboren, zählte sie zur ersten Generation von Parlamentarierinnen, die 1919 in die Weimarer Nationalversammlung gewählt wurden. Als erste Ministerin in Deutschland ging Christine Teusch in die Geschichte ein. Bis heute steht ihr Name für den Neuaufbau des Bildungssystems und ihren Einsatz für ein konfessionell geprägtes Schulsystem in Nordrhein-Westfalen.

Die vorliegende Studie würdigt erstmals das umfassende Wirken der in ein streng katholisches Elternhaus geborenen Sozialpolitikerin in der Weimarer Republik. Teusch fand im linken Flügel des Zentrums ihre politische Heimat, sie war durch die katholische Frauenbewegung zutiefst geprägt. In der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur bot ihr das katholische Verbandswesen eine Nische, so eine wesentliche Erkenntnis der Studie, in der sie ihr karitatives Engagement fortsetzen konnte.

Christine Teuschs Aufstieg in der jungen CDU und ihre Tätigkeit als Kultusministerin bilden den zweiten Schwerpunkt der Arbeit. Die Schulartikel der Landesverfassung von Nordrhein-Westfalen 1952 sowie das darauffolgende Landesschulgesetz 1952 krönten ihre politische Karriere. Wie sie in dem Interessengeflecht von Parteien, Verbänden und Kirchen schließlich ihr Konzept einer konfessionell geprägten Schule durchsetzte, was sie dabei motivierte, welche Widerstände ihr als politische Frau begegneten – diesen grundlegenden Fragen widmet sich die Biografie auf der Basis des umfangreichen Nachlasses Christine Teuschs, der seit dem Einsturz des Historischen Archivs Köln nicht mehr zugänglich ist.

Von
Reihe
Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Band 166
Erscheinungsjahr
Seiten
307
Format
Leinen mit Schutzumschlag
Preis
59,00 €
ISBN
978-3-7700-5323-0
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