KI an der Universität: Podiumsdiskussion mit Maximilian Kruse und Sven Jüngerkes
Am 26. Mai 2026 fand am Historischen Institut der Universität Potsdam unter dem Titel »KI an der Universität. Neue Möglichkeiten, offene Fragen« eine Podiumsdiskussion zur Bedeutung Künstlicher Intelligenz für Forschung, Lehre und Studium statt. Neben Lena Aretz (Bonn), Ricarda Vulpius und Jannik Wiethoff genannt Riemann (Münster) beteiligten sich Sven Jüngerkes und Maximilian Kruse vom Editionsprogramm »Fraktionen im Deutschen Bundestag. Sitzungsprotokolle 1949 bis 2005« der KGParl an der Diskussion.
Aus editionsphilologischer Sicht wurde dafür plädiert, KI nicht vorrangig als Datenaggregator zu verstehen, sondern als Ermächtigungswerkzeug wissenschaftlicher Praxis. Voraussetzung dafür sei eine umfassende Digital Literacy: Studierende und Forschende müssten KI-Systeme nicht nur bedienen, sondern ihre Funktionsweisen, Grenzen und Verzerrungen kritisch einschätzen können. Gerade für die Geschichtswissenschaft liege das Potenzial von KI daher weniger in automatisierter Wissensproduktion als in der reflektierten Erweiterung analytischer Handlungsspielräume – etwa bei der Erschließung komplexer Quellenbestände, der Entwicklung neuer Fragestellungen und der quellenkritisch kontrollierten Interpretation historischer Zusammenhänge.

