Ankündigung Tagung »Vorhang auf – Frauen in Parlament und Politik im internationalen Vergleich«

Eine Konferenz anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Einführung des
Frauenwahlrechts in Deutschland

Vom 6. bis 8. März 2019

Obwohl die Bewegung für das Frauenwahlrecht international vernetzt war und transnational kommunizierte, wurde das gemeinsame Ziel der Einführung des Frauenwahlrechts zu sehr unterschiedlichen Zeiten und unter ungleichen Bedingungen erreicht: Während die spektakulären Aktionen der britischen Suffragetten erst seit 1920 schrittweise Erfolge erzielten, hatte sich in Finnland eine nicht besonders starke Frauenbewegung bereits 1906 durchsetzen können. In Frankreich wurde das Wahlrecht dagegen erst nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt.

Die geschichtswissenschaftliche Tagung »Vorhang auf – Frauen in Parlament und Politik im internationalen Vergleich« nimmt das 100-jährige Jubiläum der Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland zum Anlass, diese länderspezifischen Wahlrechtsentwicklungen zu thematisieren und Voraussetzungen und Verlauf parlamentarischer Karrieren von Frauen, die Inszenierung von Weiblichkeit im parlamentarischen Raum und die öffentliche Resonanz, auf die die Arbeit von Politikerinnen fortan stieß, in den Blick zu rücken. Es referieren Historikerinnen und Historiker aus Europa und den USA.

Veranstaltet von der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien (KGParl), Berlin in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Geschlechtergeschichte am Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der »Working Group on Parliaments in Transition« des Institut für Zeitgeschichte der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik, Prag und dem »Masaryk Institute and Archives«, Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik, Prag.

Veranstaltungsort:

Deutscher Bundestag
Anhörungssaal – Raum 3.101
Marie-Elisabeth-Lüders-Haus
Adele-Schreiber-Krieger-Straße 1
10117 Berlin
Karte

Aufgrund der Sicherheitsbestimmungen des Deutschen Bundestages ist eine Teilnahme an der Tagung nur nach Anmeldung möglich. Einlass erfolgt über den Haupteingang des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses, Adele-Schreiber-Krieger-Straße 1, 10117 Berlin. Bitte halten Sie einen amtlichen Lichtbildausweis zur Einlasskontrolle bereit und führen diesen für die gesamte Dauer der Veranstaltung mit sich. Planen Sie ausreichend Zeit für die Sicherheitskontrolle und die anschließende Anmeldung ein.

 

Link zur Ameldung: https://kgparl.de/konferenz-frauenwahlrecht/

 

Programm:

Mittwoch

6. März, 20 Uhr
Eröffnung der Tagung mit einem Grußwort von Dr. Wolfgang Schäuble und einer Podiumsdiskussion

 

Donnerstag

7. März, 9 bis 18 Uhr

Sektion 1
Nationale Ungleichzeitigkeiten – das Momentum der Einführung des Frauenwahlrechts

  • Pasi Ihalainen (Jyväskylä) / Tiina Kinnunen (Oulu): Inter- and transnational aspects of the introduction of women’s suffrage in Finland 1906
  • Kerstin Wolff (Kassel): Die deutsche Frauenstimmrechtsbewegung nach der Osterbotschaft 1917 – Aufbruch zu neuen Ufern?
  • Corrine M. McConnaughy (Washington): The Woman Suffrage Movement in the United States of America
  • Marie Bahenská / Jana Malínská (Prag): Eine Frau auf dem Stimmzettel – Die Wahlen zum Böhmischen Landtag im Jahre 1908 und zu Beginn der Tschechoslowakischen Republik
  • Françoise Thébaud (Avignon): Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit: Die »verspätete« Einführung des Frauenwahlrechts in Frankreich
  • Tobias Kaiser (Berlin): Suffragetten und Suffragistinnen in internationalen Netzwerken

Sektion 2
Voraussetzungen und Verlauf parlamentarischer Karrieren von Frauen

  • Andreas Linsenmann (Koblenz-Landau) / Markus Raasch (Mainz): Katholisch-weibliche Agency in Männerwelten – Die Frauen des Politischen Katholizismus
  • Kirsten Heinsohn (Hamburg): Die Bedeutung von Vereinen und Parteien für den Verlauf parlamentarischer Karrieren von Frauen
  • Ivan Sablin (Heidelberg): Minority Women and Revolutionary Parliaments. The Cases of Russian and Soviet Assemblies in 1917–1922 and 1989–1993
  • Iwona Dadej (Berlin/Warschau): Polnisches Parlament 1919–1939 in der Geschlechterperspektive – eine Kollektivbiografie

 

Freitag

8. März, 9 bis 18 Uhr

Sektion 3
Politische Performanz und Parlamentsalltag

  • Marie-Luise Recker (Frankfurt a.M.): »Die ganze Palette politischer Themen?« Weibliche Tätigkeitsfelder und männliche Macht
  • Andreas Schulz (Berlin): Inszenierung von Weiblichkeit im politischen Raum
  • Paul Seaward (London): »Gender Wars« in the UK Parliament since 1918
  • Carla Hoetink / Harm Kaal (Nijmegen): »This is a man’s world…«? Female performance in Dutch Parliament, 1918–2018
  • Adéla Gjuričová (Prag): Standing for women? Female presence in socialist parliaments
  • Muriel Favre (Frankfurt): Hervorragende Rednerinnen? Die Auftritte von Änne Brauksiepe, Helene Wessel und Grethe Thiele in der Wehrdebatte des Bundestags am 8. Februar 1952

Sektion 4
Öffentliche Resonanz und Mediendiskurse

 

  • Henning Türk (Potsdam): Zwischen »schwachem Geschlecht« und liberal-patriotischer Mutter – Die Auseinandersetzungen über die Zulassung von Frauen als Parlamentszuschauerinnen in den deutschen Ländern und in Großbritannienim 19. Jahrhundert
  • Andreas Biefang (Berlin): Nie mehr Hosenrollen – Selbst- und Fremdbilder der Frauenrechtsbewegung
  • Cornelia Baddack (Koblenz): »Unterrock oder Hose?« Politische Polemik zwischen Antifeminismus und emanzipativer Aneignung am Beispiel der volksparteilichen Reichstagsabgeordneten Katharina von Kardorff-Oheimb
  • Bettina Tüffers (Berlin): Feminismus im Parlament? Das GRÜNE Feminat im Bundestag der 1980er Jahre

 

Tagungsprogramm als PDF

Conference Programme as PDF